Miriam Jonas

Ausstellung
1.10.–22.10.17

›Rapunzel‹
Eröffnung: 30/09/17,
Kunstverein Greven e.V., Greven

Kunstverein Greven
kunstverein-greven.de

Statement

Als Künstlerin verstehe ich mich als Grenzgängerin zwischen Bild und Skulptur, Wand und Raum, der Statik und der Bewegung, dem Lebendigen und dem Mechanischen, der perfekten Oberfläche und dem davon überspielten Unheimlichen. Das Besondere an meinen meist ortsspezifischen Skulpturen und Installationen lässt sich am besten im direkten Kontakt mit ihnen erkennen. Jedes Projekt hat seine eigene Sprache, die ich selber neu lernen muss, da ich dem bereits Vorhandenen seine Stimme lasse bzw. gebe. Ich reagiere impulsiv, in der Ausführung dann jedoch akribisch und fokussiert auf ein für mich bestimmtes, markantes Element. Dabei finden sich Kunstgeschichtliche Referenzen en passant eingestreut, beispielsweise zur Op Art, zur kinetischen Kunst und zum Minimalismus.

Die Präzision der Setzung ist mir sehr wichtig. Dabei scheint sich stets die Materie die Form zu suchen und nicht umgekehrt. Ich bevorzuge keine bestimmte Technik, kein bestimmtes Material – es ergibt sich aus der Idee. Konzeptuelle Strenge steht neben Verspieltheit. In ihr wird der Betrachter nicht selten zum Impulsgeber, zum Komplizen und zum Mitspieler, der Bewegung durch Sensoren auslöst, zum Betreten des Werkes aufgefordert wird oder dessen eigene physische Sehfunktion ungefragt durch die Arbeit verändert wird. Es ist ein Miteinander, doch die Arbeiten verteidigen selbstbewusst ihre Autonomie. Sie führen ihr Eigenleben, beweglich oder statisch, still oder geräuschvoll, raumfüllend präsent oder als ephemerer, sich loslösender Kommentar.

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